Aus dem "Kohlenpott" entsteht allmählich eine Kulturlandschaft. Über 200 Museen und städtische Galerien zeigen hier ihre Schätze, eine in Europa seltene Dichte. Nicht nur die Renommierinstitute Folkwang- und Lehmbruckmuseum locken das Publikum. Auch kleinere Häuser bieten einiges, oft liegen sie etwas versteckt und blieben deshalb bislang unbekannt.
Das neue Museumshandbuch Ruhrgebiet erleichtert die Suche nach ihnen erheblich. Nach einem Band über die historischen Museen erschien nun der zweite Teil; er beschreibt 135 Kunstmuseen, Kunstvereine und öffentliche Galerien. Verzeichnet sind selbst die kleinsten Einrichtungen zwischen Hamminkeln und Hamm. Etliche Museen, etwa das Schloß Lembeck, eignen sich auch gut als Ausflugsziele. Zu den Museumssteckbriefen gehören deshalb Wegbeschreibungen mit Nahverkehrshinweisen dazu.
So jung wie die Region ist auch der Bestand der meisten Sammlungen. Wenige Städte besitzen Kunstwerke aus vorindustrieller Zeit - traditionsreich sind die Hansestadt Dortmund und die ehemaligen Stifte Essen und Werden, deren ältestes Stück aus dem 6. Jahrhundert stammt. Den Mangel an Vergangenheit machte die Hingabe an die Moderne wett. Das Hagener Osthaus-Museum zählt dank seiner Jugendstilgestaltung zu den schönsten Museumsbauten. Es tritt auch durch originelle Ausstellungen hervor (über den "Fliegenpilz" und "Stromlinienform").
Sachkundig werden Geschichte und Sammlungsschwerpunkte jedes Hauses beschrieben. Städtische Galerien nach dem Modell der 1970 gegründeten "Sohle 1" in Bergkamen fördern hauptsächlich jüngere Kunstschaffende. Internationale Klasse präsentiert dagegen die Bochumer "Situation Kunst".
Bei der Lektüre des Bandes ergeben sich viele Entdeckungen, er ist praktisch und unterhaltsam zugleich. Mit dem "Museumshandbuch Ruhrgebiet" wird der Weg zur Kunst kürzer.
Rezension: Heinrich Theodor Grütter (Hg.): Museumshandbuch Ruhrgebiet. Die Kunstmuseen und Galerien. Essen: Peter Pomp 1993. Preis: 28,50 DM
Manuskriptfassung. Zuerst erschienen in den Westfälischen Nachrichten, 1992
Christoph Danelzik-Brüggemann
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letzte Änderung: 18.8.2004