"glänzende Untersuchung ... Es ist in der Tat ein neuer, interdisziplinärer Ansatz... entwickelt er ein theoretisches Konzept und eine Vorgehensweise, die über den untersuchten Gegenstand hinaus vorbildlich sind..." Rolf Reichardt, FAZ, 6.8.1996, S. 39
"... ebenso gründlich wie differenziert dargestellt, wobei Danelzik-Brüggemann in den theoretischen Partien der Arbeit zeigt, dass er in der gegenwärtigen Diskussion um das Bild als Geschichtsquelle, um historisches Bildgedächtnis und visuelle Wahrnehmungsmuster zu Hause ist..." Heinz Dieter Kittsteiner, Neue Zürcher Zeitung, 13.9.1996, S. 49
"l´auteur apporte de nombreuses précisions et procure un éclairage sur les effets de la Révolution sur les esprits et les imaginations à l´est des frontières de la France." Gazette des Beaux-Arts No. 1534, Novembre 1996, S. 18
"Eine vorzügliche Bochumer Dissertation ... stößt in historiographisches Neuland vor." Dieter Tiemann, Dokumente. Zeitschrift für den deutsch-französischen Dialog, Heft 6/1996, S. 510
"Die Vielfalt und die Weitläufigkeit sowohl des Quellen- als auch des Bildmaterials, das herangezogen wurde, ist beeindruckend". Andreas Hansert, in: Kunst + Unterricht Heft 215, September 1997, S. 9
Christoph Danelzik-Brüggemann: Ereignisse und Bilder. Bildpublizistik und politische Kultur in Deutschland zur Zeit der französischen Revolution.Berlin:
Akademie-Verlag 1996. 320 Seiten - 195 Abbildungen, 170mm x 240mm, Hardcover DM/sFr 98,-/ ÖS 764,- ISBN: 3-05-002650-2
InteressentInnen: Kunsthistoriker, Historiker, Kulturanthropologen, Publizisten, Volkskundler, Literatur- und Kulturgeschichtler, Sozialpsychologen
Im Zentrum des Buches steht die Gattung der zeitgeschichtlichen Ereignisbilder, deren kurze Blüte mit der französischen Revolution verbunden ist. Anders als die frühneuzeitlichen illustrierten Flugblätter sind die zumeist als Kalenderkupfer in Almanachen publizierten Arbeiten Spiegel von Wahrnehmungsweisen, die die Ästhetik der Reportagefotografie vorwegnahmen. Das Buch beschreibt die diskursive Verflechtung der Bildpublizistik. Ausgehend von einer Auswahl von 600 Bildbeispielen führt die Analyse von Bildsprache und -themen zur Beschreibung von »ästhetischen Mentalitäten« innerhalb des bürgerlichen Emanzipationsprozesses im späten 18. Jahrhundert. Aus dem medialen Rahmen der Kalenderkupfer ergeben sich die Anknüpfungspunkte: Geschichtsinteresse, Nationalbewußtsein und bürgerliches Selbstverständnis. Unter dem Einfluß der französischen Revolution wurde die Bildpublizistik Teil einer sehr differenzierten politischen Kultur. Deren Untersuchung gründet auf Theoremen des »kulturellen Gedächtnisses«, wie sie von Aby Warburg und Maurice Halbwachs zuerst formuliert wurden.
Bislang war die Bildpublizistik des 18. Jahrhunderts weitgehend unerforscht. Weil sie von der Kunstgeschichte bislang generell weitgehend vernachlässigt wurde und auch die Flugblattforschung Bildanalysen vermeidet, betritt der Autor methodisches Neuland. Nicht die Beschreibung weniger Hauptwerke, sondern die Vielzahl bildsprachlicher Elemente von mehr oder weniger elaborierten Werken der »Gebrauchsgrafik« erlauben den Umriß einer bürgerlichen Ästhetik. Das Buch liefert also nicht nur eine Fülle neuen Quellenmaterials zur Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Es liefert darüberhinaus eine Methode der Bilderkunde. Auf dem Weg zu einer Mediengeschichte ist die interdisziplinäre Arbeit von Kunst- und Literaturgeschichte, Publizistik, Volkskunde und Geschichte damit verbessert worden.
Die Dissertation erhielt den "Preis für Studenten" 1994 der Ruhr-Universität Bochum. Ihr Druck wurde von der VG Wort gefördert.
Weitere Informationen liefert der Infodienst Wissenschaft IDW
Dr. Christoph Danelzik-Brüggemann
letzte Änderung: 18.8.2004